Rund zwei Drittel der Bevölkerung berichten von Zahnarztangst. In dieser Ausnahmesituation reicht reine Fachkompetenz nicht aus. Dieser Webcast zeigt, wie Sie durch patientenzentrierte Kommunikation, gezielte Placebo-Formulierungen und das Eingehen auf emotionale Grundbedürfnisse Ängste reduzieren. Lernen Sie lösungsorientierte Tools kennen, um Patient:innen zu stärken und diese Kompetenzen im Praxisteam zu verankern.
Hervorragende fachliche Kompetenz ist in der Zahnmedizin unerlässlich, reicht in der alltäglichen Patientenführung jedoch oft nicht aus. Da rund zwei Drittel der Bevölkerung von Zahnarztangst berichten, befinden sich Patient:innen im Behandlungsstuhl regelmäßig in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation. Dieser Webcast vermittelt praxisnahe Grundlagen und Werkzeuge der patientenzentrierten und systemischen Kommunikation, um Ängste abzubauen, Heilungsprozesse positiv zu beeinflussen und Behandlungen angenehmer zu gestalten.
Kerninhalte des Kurses
Grundlagen der Kommunikation & Psychologie
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Die Macht der Sprache: Worte machen zwar nur 7 % der Signalwirkung aus (der Rest wirkt nonverbal und paraverbal), müssen aber gerade in Stresssituationen präzise gewählt werden.
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Watzlawick & das Schweigen: Auch Pausen senden Botschaften; stille Momente müssen durch Blickkontakt oder ein Nicken bewusst gestaltet werden.
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Pacing & Leading: Patient:innen emotional dort abholen, wo sie stehen (Stimmung und Tempo aufnehmen), um sie anschließend in eine beruhigende Atmosphäre zu führen.
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Placebo- vs. Nocebo-Effekt: Angespannte Gehirne tendieren dazu, Negationen auszublenden. Formulierungen wie „Sie müssen keine Angst haben“ aktivieren vor allem das Wort „Angst“. Lösungsorientierte Sprachbilder („Sie dürfen sich entspannen“) und positive Suggestionen schaffen hingegen messbare Entlastung.
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4 emotionale Grundbedürfnisse: Abbau des Machtgefälles zwischen Behandelnden und Patient:innen durch Förderung von Autonomie, Kompetenz, Orientierung und Bezogenheit.
Systemische Tools & Praktische Anwendung
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Beziehung & Kontext: Das Zusammenspiel von Inhalt, Beziehung und persönlicher Vorgeschichte verstehen.
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Rapport & Anamnese: Frühzeitiger Vertrauensaufbau, beispielsweise durch die Abfrage von Behandlungsängsten auf dem Anamnesebogen vor dem Termin.
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Praxisnahe Werkzeuge: Gezielter Einsatz von Instrumenten wie Auftragsklärung, WWSZ-Regel, Stoppsignalen und lösungsorientierten Formulierungen.
Evidenz & Verankerung im Praxisteam
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Wissenschaftlicher Nutzen: Studien (wie etwa im Fachjournal The Lancet) belegen, dass positive, zugewandte Sprache bei Eingriffen den Medikamentenbedarf halbiert und Komplikationsraten deutlich senken kann.
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Lernen am Modell: Kommunikation ist erlernbar. Durch tägliches Feedback, gegenseitige Supervision, Rollenspiele und Vorbildwirkung wird das Gelernte dauerhaft im gesamten Praxisteam verankert.
Die wichtigsten Lernziele
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Patient:innen in ihrer Ausnahmesituation empathisch abholen und Sicherheit vermitteln.
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Nocebo-Formulierungen und Verneinungen systematisch durch lösungsorientierte Sprachbilder ersetzen.
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Kommunikationskompetenzen im Praxisteam kontinuierlich reflektieren und trainieren.
Lernziele
- Kommunikation
Referent:innen

Frau Lynn Schulz
Weitere Lernmaterialien mit Frau Lynn SchulzLynn Schulz absolviert derzeit ihr Staatsexamen in Zahnmedizin am Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB). In ihrer Masterarbeit hat sie sich intensiv mit dem Thema der „patientenzentrierten Kommunikation“ auseinandergesetzt. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, dieses theoretische Wissen aktiv in den Berufsalltag zu integrieren. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wichtig ein einfühlsamer Umgang in der Zahnarztpraxis ist, und möchte durch gezielte, lösungsorientierte Kommunikation dazu beitragen, Patient:innen den Behandlungsbesuch spürbar zu erleichtern

Herr Christian Schmidt
Weitere Lernmaterialien mit Herr Christian SchmidtChristian Schmidt ist ein erfahrener Fachmann in der Dentalbranche, aktuell als Education & Scientific Affairs Project Manager bei GABA Schweiz AG. Seit 2015 engagiert er sich bei der Organisation, zunächst im Dental-Außendienst, dann als Education Manager. Er entwickelt Fortbildungsangebote, führt Schulungen durch und arbeitet eng mit Fachgesellschaften, Berufsfachschulen, höheren Fachschulen und Universitäten zusammen. Er ist der erste Ansprechpartner für wissenschaftliche Anfragen in der Schweiz und verantwortlich für interne Produktschulungen. Kürzlich leitete Schmidt ein Projekt zur Entwicklung einer neuen europäischen Fortbildungsstrategie für Dentalfachpersonen, was seine zentrale Rolle in der Weiterbildung und wissenschaftlichen Angelegenheiten im dentalen Bereich unterstreicht.
